Es war einmal ein Mann, der hatte einen wunderbaren Obstgarten. Die Obstbäume in seinem Garten trugen köstliche Früchte. Deshalb kamen die Menschen von weither, um sie zu kaufen.
Doch dann reichte es dem Obstgartenbesitzer nicht mehr, nur leckere Früchte in seinem Garten zu haben. Er baute eine Schablone, damit möglichst alle Bäume schön gleich aussahen. Diese stülpte er jedem Baum über und presste ihn so in die gewünschte Form.
Doch einigen Bäumen bekam das nicht gut. Zuerst merkte man auch ihnen kaum etwas an, aber mit der Zeit machte sich bemerkbar, dass weniger Licht durch ihre Krone fiel. Sie brachten dem Obstgartenbesitzer immer weniger Früchte ein, so dass er schließlich beschloss, sie zu fällen und durch neue zu ersetzen.
Durch die entstandene Lücke traf empfindliche Zugluft auf andere Bäume. Sie erschraken über die plötzlich empfundene eisige Kälte und waren irritiert. Sie stellten fest, dass sich die Atmosphäre im Obstgarten plötzlich verändert hatte. Zwar versuchten sie, sich so gut es geht den ungewohnten Bedingungen anzupassen, doch mit den neuen klimatischen Bedingungen hatten sie ihre Probleme. Sie litten auch besonders darunter, dass neuerdings der Dünger rationiert wurde. All das führte dazu, dass sie immer häufiger krank wurden.
Andere Bäume hingegen trugen auch weiterhin massig viele und köstliche Früchte. Sie waren der ganze Stolz des Obstgartenbesitzers. Gerade jetzt, wo die neuen Jungpflanzen noch im Wachstum waren, andere Bäume schwächelten und einige Kunden nach den Früchten der gefällten Bäume fragten, waren sie ihm nützlich. Immer mehr Früchte wuchsen auf ihnen, manchmal hatte man das Gefühl, als versuchten Sie verzweifelt, den Ausfall der anderen Bäume zu kompensieren. Zwar wurden sie immer stärker belastet, doch genau so stellte sich der Obstgartenbesitzer einen guten Baum vor:
Die Veränderungen im Obstgarten waren auch der Kundschaft nicht entgangen. Immer wieder fragten Menschen nach den Früchten der gefällten Bäume. Viele kamen auch überhaupt nicht mehr. Sie stellten fest, dass der Obstgärtner genauso war wie alle anderen auch. Ihm waren die Bäume in seinem Garten im Grunde völlig egal. Es ging ihm einzig darum, möglichst viel Obst an möglichst viele Kunden zu verkaufen. Ob es den Bäumen dabei gut ging, war für ihn zweitrangig.
Heute ist der Obstgartenbesitzer einer von vielen. Die Bäume mit seinen leckersten Früchten ließen sich nicht in seine Form pressen und wurden gefällt.
Andere wurden durch die neue, eisige Atmosphäre stark geschwächt. Sie konnten nur mit großer Mühe überleben, ihre Fruchtbarkeit ließ nach und sie wurden immer anfälliger für Krankheiten.Ohne die starken Bäume, die bewundernswert, aber leider sehr selten sind und die auch unter größten Lasten nicht zusammenbrechen, wäre der Weingartenbesitzer heute wohl nicht mehr überlebensfähig. Hoffen wir, dass sich die Atmosphäre in seinem Garten nicht weiter verschlechtert und auch sie beeinträchtigt oder dass ihre starken Äste irgendwann doch zu schwach werden und unter der immer größer werdenden Last brechen.
Es ist nicht schwer zu erraten: Hier geht es um Mitarbeiterführung.
„Weißt du, warum unserem Chef nichts passiert, wenn er einen Finger in die Steckdose steckt?“ – „Nee, erzähl.“ - „Weil er ein schlechter Leiter ist!“
In vielen Unternehmen wird das Betriebsklima eisiger. Die Firmenleitung unterschätzt dessen Wichtigkeit oder man hat einfach nur Angst, die Kontrolle zu verlieren. Die Spitze des Eisberges sind die sogenannten Bagatellkündigungen, die für die Betroffenen leider alles andere als Bagatellfälle sind.
Dabei ist es erwiesen, dass ein gutes Betriebsklima die beste Voraussetzung für eine hohe Produktivität ist.
Wenn ich mir die "Mitarbeiter" Jesu, die Apostel so anschaue, staune ich, welch wachen Blick für ihr oft ziemlich verborgenes Potenzial er bei ihrer Auswahl hatte. Da war z.B. Petrus: Extrem motiviert, immer bereit, alles zu geben, nie um einen starken Spruch verlegen, bereit, Jesus notfalls sogar mit dem Schwert zu verteidigen und der doch immer wieder seine eigene menschliche Schwäche zu spüren bekam.
Oder Thomas, der nur glaubte, was er selber gesehen hatte. Der so seine Zweifel hatte, wenn andere ihm Geschichten erzählten, die für ihn unvorstellbar waren.
Da war Matthäus, der so völlig unchristlich erschien – ein Zolleinnehmer! So einer passt doch nicht zu Jesus!
Oder doch?
Oder doch?
Von Judas Iskariot mal ganz zu schweigen.
Ich weiß nicht, wie das „Betriebsklima“ zwischen Jesus und seinen Jüngern war. Damals gab es ja nicht einmal Betriebsräte. Die Bibel erzählt jedoch von einem Gespräch zwischen Jesus und Petrus nach dem wohl größten Fehler, den Petrus sich geleistet hatte. Jesus machte ihm erstaunlicherweise keine Szene, er sagte nicht: Du darfst unter folgenden Bedingungen wieder für mich arbeiten, es gab weder eine Abmahnung noch hat er ihn entlassen, strafversetzt oder degradiert.
Er hat nur gefragt: "Liebst du mich?"
Als Petrus diese Frage bejahte, gab ihm Jesus eine große Aufgabe: „Weide meine Schafe!“
Jesus zu folgen war für Petrus eine Herzensangelegenheit. Ja, er hatte seine Schwächen. Er hat Fehler gemacht, aber er war absolut begeistert für Jesus. Gibt es eine größere Loyalität als Liebe?
Ich wundere mich, weshalb ausgerechnet in christlichen Kreisen ganz oft die Freude an der Mitarbeit unterschätzt wird. Es geht doch darum, die frohe Botschaft weiterzugeben, wie soll dass denn ohne Freude gehen?
Ich glaube, ohne Freude kann kein Obstgarten auf Dauer bestehen. Ein Baum ohne Freude kann keine Freude tragen. Ein Baum ohne Freude kann niemals zu den belastbaren Bäumen im Obstgarten gehören. Möchten Sie im Restaurant von einem traurigen Mitarbeiter bedient werden? Möchten Sie im Zirkus von einem traurigen Clown unterhalten werden? Nur von Schminke geblendet?
Ich bin überzeugt, dass man die frohe Botschaft auch nur durch frohe Mitarbeiter weitergeben kann. In einem anderen Obstgarten würde ich irgendwann eingehen.
Ich glaube, ohne Freude kann kein Obstgarten auf Dauer bestehen. Ein Baum ohne Freude kann keine Freude tragen. Ein Baum ohne Freude kann niemals zu den belastbaren Bäumen im Obstgarten gehören. Möchten Sie im Restaurant von einem traurigen Mitarbeiter bedient werden? Möchten Sie im Zirkus von einem traurigen Clown unterhalten werden? Nur von Schminke geblendet?
Ich bin überzeugt, dass man die frohe Botschaft auch nur durch frohe Mitarbeiter weitergeben kann. In einem anderen Obstgarten würde ich irgendwann eingehen.

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