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Dienstag, 2. November 2010

Panzerglas vs. Gottvertrauen

Ein Video zum Schmunzeln und Nachdenken:



Ich mag Hagen Rether. Er spricht in diesem Video von Gottvertrauen. Ich bin mir allerdings sicher, dass sich der Papst nicht aus Angst vor Gott durch Panzerglasscheiben schützen lässt, sondern weil es sowohl unter den zitierten Schafen als auch unter den Wölfen Extremisten gibt. Und die sind eben gefährlich.

Dennoch bringt mich der Beitrag von Hagen Rether zum Schmunzeln, weil eben auch viel Wahres drin steckt.
Vielleicht handelt der Papst mit seinem Papamobil sogar ganz nach biblischem Vorbild?

Ich denke da an die Geschichte aus Markus 4, 37-40:
Doch bald darauf erhob sich ein heftiger Sturm, und hohe Wellen schlugen ins Boot, bis es fast ganz voll Wasser gelaufen war. Währenddessen schlief Jesus hinten im Boot mit dem Kopf auf einem Kissen. In ihrer Verzweiflung weckten sie ihn schließlich und riefen: »Lehrer, macht es dir denn gar nichts aus, dass wir umkommen?« Jesus erwachte, bedrohte den Wind und befahl dem Wasser: »Schweig! Sei still!« Sogleich legte sich der Wind, und es herrschte tiefe Stille. Und er fragte die Jünger: »Warum seid ihr so ängstlich? Habt ihr immer noch keinen Glauben?«

"Habt ihr keinen Glauben?" heißt es in dem Bibeltext und genau um diese Frage geht es ja auch in Hagen Rether's Papstkritik. Früher war es ein Fischerboot, heute ist es ein gepanzerter Mercedes.

Mich hat das zum Nachdenken gebracht.

Die Bibel selber berichtet an dieser Stelle über einen Gott, der seelenruhig schläft, während die Jünger in Seenot geraten. Stimmt das also gar nicht, dass Gott einen guten Plan hat, für unser Leben? Will er lieber seine Ruhe haben, statt uns zu helfen?
Ich glaube, wenn dem so gewesen wäre, dann hätte er nicht dem Sturm geboten, zu schweigen sondern seinen Jüngern. Jesus war deshalb so gelassen, weil er wusste, dass er nicht in diesem Sturm umkommen würde. Er wusste, dass dieser Sturm nicht sein Ende sein würde, egal, wie schlimm er wüten mochte.

Ich glaube nicht, dass diese Bibelstelle uns aufrufen möchte, uns überall völlig schutzlos zu bewegen. Der Sicherheitsgurt und der Airbag im Auto, die Schutzkleidung auf dem Motorrad und vielleicht auch die Panzerglasscheiben im Mercedes haben durchaus ihren Sinn.
Doch Gott sitzt eben auch in stürmischen Zeiten mit uns im Boot. Ich glaube, er möchte, dass wir ihm auch in stürmischen Zeiten vertrauen, auch, wenn wir vielleicht den Eindruck haben, er hört uns gar nicht.
Und vielleicht will sie uns auch verdeutlichen: Auch im Leben von Christen gibt es Stürme! Wir haben als Christen kein leichteres Leben, wir müssen mit denselben schmerzhaften Krankheiten rechnen wie Nichtchristen, auch wir können uns einsam und verlassen fühlen, unser Geschäft kann Pleite machen und so weiter. Nochmal: Er schaut dabei nicht aus weiter Ferne zu, er selber ist mit uns im Boot und will uns ein Beispiel an Gelassenheit und Vertrauen geben. Dadurch ändert sich alles. Es ist kein naives "Heile heile Gänschen, es wird schon wieder gut," sondern echter Beistand.

Kann es sein, dass ER möchte, dass wir im Vertrauen zu ihm durch manchen Sturm gehen? Mit ihm gemeinsam? Dass wir auch mal die gepanzerte Limousine gegen ein offenes Cabrio eintauschen oder ein Fahrrad? Da sind wir zwar Wind und Wetter schutzlos ausgeliefert, da kann es stürmisch werden, aber es ginge insgesamt offener zu. Wie schutzlos ist er gewesen? Im Stall von Bethlehem oder am Kreuz? Und dennoch hat ihn sein Gottvertrauen durch alle Stürme getragen. Selbst Panzerglas gibt irgendwann nach. Jesu Vertrauen tat das nicht.

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