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Dienstag, 14. Dezember 2010

Ich kann mich nicht satt sehen...

…an diesem Bild von der Krippe. Ich kann mich nicht satt sehen an dieser Rose, der Königin aller Blumen, die wie aus einem Baumstumpf, den man schon für tot gehalten hat, aufwächst.

Weihnachten ist nicht nur ein Fest der Liebe und der Freude, sondern es ist auch ein Fest der Hoffnung.
Die Weihnachtsgeschichte und das Lied „Es ist ein Ros‘ entsprungen, zeigen uns, dass auch aus Dingen, die uns schon verloren erscheinen, prachtvolles, wunderschönes entstehen kann.
So ist auch der zweite Teil der ersten Strophe zu verstehen:
     Es ist ein Ros‘ entsprungen,
    aus einer Wurzel zart.
    Wie uns die Alten sungen,
    von Jesse kam die Art.
    Und hat ein Blümlein bracht
    Mitten im kalten Winter
    wohl zu der halben Nacht

Am 21. Dezember ist Wintersonnenwende, ein wichtiger Zeitpunkt damals, als es noch kein elektrisches Licht gab und man noch viel abhängiger von dem natürlichen Licht war: Langsam siegte das Licht wieder, die Tage wurden länger, das Dunkel, die Nächte kürzer, es ging wieder aufwärts, man konnte wieder mit guten Erwartungen, mit neuer Hoffnung in die Zukunft schauen.

Ich liebe Krippen, ich kann gar nicht genug davon bekommen, meine Krippe hier bei mir oder anderswo anzuschauen. Meine hier kenne ich von klein auf, sie stand früher im Wohnzimmer meiner Eltern und ich konnte es gar nicht verstehen, als meine Mutter sie ausrangiert und durch eine neue, bunte Krippe ersetzt hat. Für mich ist diese alte, braune Krippe die weihnachtlichste Krippe, die ich mir vorstellen kann. Nein, schön ist sie eigentlich nicht, sie sieht sogar eher ärmlich aus. Und die Figuren sind auch nicht angemalt. Aber sie ist für mich total weihnachtlich. Sie passt in meinen Augen viel besser zu Weihnachten als eine bunte Krippe.

Die Geburt Jesu war eine Geburt unter erbärmlichsten Umständen. Maria musste Jesus in eine stinkende, Futterkrippe legen! Es gab keinen elektrischen Strom, es war dunkel, kalt und es hat gestunken, wie Mist eben stinkt. (Ok, in diesem Punkt ist meine Krippe nicht besonders authentisch, aber das iust mir dann doch ganz recht so J) 
So tief herab ist Gott gesunken, so weit ist er gegangen, aus Liebe zu uns Menschen, aus Liebe zu mir, aber auch zu meinen Mitmenschen. Sogar zu denen, die ich gar nicht ausstehen kann.
Das ist der Grund, warum ich mich an diesem Bild von der Krippe nicht satt sehen kann.
Es ist für mich ein Bild der Geborgenheit, ein Bild, dass mir wie kaum etwas anderes seine Liebe aufzeigt, in dem ich Freude und Hoffnung finde.
Die Adventszeit ist gewissermaßen auch unser Weg hin zur Krippe. Wir haben schon das Ziel im Visier, ja ich kann Heiligabend kaum noch erwarten. Ok, das mit der Geduld war noch nie meine Stärke J

    Ich sehe dich mit Freuden an                           
    und kann mich nicht satt sehen  
    und weil ich nun nichts weiter kann,              
    bleib ich anbetend stehen.       

In dem Lied „Ich steh an deiner Krippe hier“ – eines meiner Lieblingsweihnachtslieder, macht Paul Gerhardt wunderschön deutlich, dass es an Weihnachten um meine Beziehung zu diesem Kind in der Krippe geht




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